Wir brauchen Andrej Holm!

Erklärung der Landesvorstände der Grünen Jugend Berlin, der Jusos Berlin und der Linksjugend [’solid] Berlin:

Wir, die rot-rot-grünen Jugendorganisationen, sind empört über die aktuelle Schmutzkampagne gegen den Staatssekretär Andrej Holm. Bei den aktuellen Auseinandersetzungen geht es nicht um eine sachliche Aufarbeitung seiner Tätigkeit bei der Stasi, sondern um die Diffamierung seiner Person. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die Debatte um die Probleme von früher von jenen am kräftigsten befeuert wird, die ein Interesse daran haben, sich mit den Problemen von heute nicht auseinanderzusetzen. Der Punkt, der in Wirklichkeit für Bauchschmerzen bei den Konservativen sorgt ist, dass es mit Andrej Holm einen Staatssekretär gibt, der voll und ganz auf der Seite der Mieterinnen und Mieter dieser Stadt steht.
Andrej Holms Rücktritt zu fordern, weil er sich bei der formalen Einstufung seiner Tätigkeit bei der Bewerbung an der Humboldt Universität geirrt hat, halten wir nach aktuellem Stand für ungerechtfertigt! Anstatt Dinge unter den Tisch fallen zu lassen, hat er die eigene Rolle im Überwachungsstaat der DDR transparent gemacht und entsprechende Lehren daraus gezogen. Gerade seine politische Arbeit der letzten 26 Jahre für Demokratisierung und Bürger*innenbeteiligung zeigt, wie weit er sich von seiner Haltung als Jugendlicher entfernt hat.
In einer Stadt, in der seit 2010 die Mieten um 26% gestiegen sind und rund 100.000 Sozialwohnungen fehlen, brauchen wir jemanden, der sich nicht davor scheut, Probleme beim Namen zu nennen und einen grundsätzlichen Wandel zu fordern. Andrej Holm hat in den vergangenen Jahren wie kaum ein Zweiter an der Seite der Initiativen und Bewegungen dieser Stadt für bezahlbaren Wohnraum gekämpft. Vor allem diese Akteur*innen der Stadtgesellschaft sind es, die aktuell in der Öffentlichkeit an seiner Seite stehen und weiterhin durch ihn vetreten werden wollen. Mit seiner klaren Analyse von Gentrifizierung und seinem Fachwissen halten wir den Stadtsoziologen für bestens als Staatssekretär qualifiziert.
Die aktuelle Schmutzkampagne gegen Andrej Holm wird nicht der letzte Angriff auf R2G gewesen sein. Diejenigen, die gegen ein linkes Reformprojekt arbeiten und für ein „Weiter so“ in der Stadtpolitik stehen, werden auch weiterhin Ereignisse skandalisieren und eskalieren lassen.Wir halten es für entscheidend, dass die drei Parteien in solchen Situationen geschlossen zusammenstehen und fordern den neuen Senat dazu auf, an Andrej Holm als Staatsekretär festzuhalten.

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